Gemeinsam für den Erhalt und die Zukunft des vorindustriellen Kulturerbes
Internationales Mühlentreffen in Spanien verbindet Berlin-Brandenburg, MV und Zamora
Berlin/Potsdam/Zamora (cme). Vom 8. bis 11. Oktober 2026 treffen Mühleninteressierte aus Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Provinz Zamora in Spanien. Im Mittelpunkt stehen der Erhalt, die fachgerechte Sanierung und die zukunftsfähige Nutzung historischer Mühlen und Wassermühlen.
Fachleute, Vereine und Kulturschaffende tauschen sich über den Umgang mit dem baulichen und technischen Erbe sowie über die Weitergabe von Wissen, Handwerkstechniken und Traditionen aus. Beteiligt sind unter anderem die Mühlenvereinigung Berlin-, der Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern und Partner aus Zamora.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Restaurierung historischer Mühlen. Vorgestellt werden unter anderem Sanierungsprojekte an den Wassermühlen Cabañales, Olivares, Gijón und Los Pisones in Zamora sowie Beispiele aus Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, darunter die Motormühle Kränzlin, die ehemalige Wassermühle Vogel in Beelitz und die Holländermühle Demmin. Dabei geht es auch um neue Nutzungsmodelle und die Rolle der Mühlen in ihren Gemeinden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das immaterielle Kulturerbe. Themen sind die Ausbildung von Müllern, ehrenamtliches Engagement, die Weitergabe traditioneller Handwerkstechniken und die Verbindung von Kulturerhalt, Bildung und Tourismus. Auch europäische Kulturstraßenprojekte wie Via Molina sowie die Anerkennung der Handwerksmüllerei als nationales immaterielles Kulturerbe werden thematisiert.
Darüber hinaus widmet sich das Treffen dem Verhältnis von Wasser, Ökologie und technischem Kulturerbe. Historische Wassermühlen sind eng mit Flüssen, Bächen und wasserbaulichen Anlagen verbunden. Der Austausch soll unterschiedliche Interessen zusammenbringen und Perspektiven für einen nachhaltigen Umgang mit diesem Erbe entwickeln.
Exkursionen nach Zamora und in die umliegenden Regionen ergänzen das Programm. Besucht werden unter anderem die Aceñas de Olivares. Dort ist auch ein Austausch mit Francisco García vorgesehen, einem der wenigen noch tätigen Handwerker, die Holzbauteile für Mühlen herstellen.
Das internationale Mühlentreffen versteht sich zugleich als Auftakt für einen dauerhaften europäischen Austausch. Zum Abschluss soll beraten werden, wie die Zusammenarbeit zwischen Potsdam, Berlin und Zamora langfristig fortgeführt werden kann.

